Mittwoch, 1. Juli 2015

Aus einem Tagebuch

Bis jetzt reibe ich mir die Hände. Denn von der Sache her war es eine gute Idee, Basti, Luzie, Mascha und Valentin im Sessellift zu parken. Warum mussten sie sich auch auf die Suche nach Maschas Mutter begeben. In Anbetracht des nahenden Gewitters hätte ich zu gern die Gesichter gesehen, insbesondere das von Sportskanone Basti... Das wäre freilich zu riskant gewesen. Zu dumm bloß, dass der große Bruder aufgetauchte und den Sessellift wieder in Gang setzte. Tröstend hierbei ist lediglich, dass niemand - weder die vier noch Nic - bemerkte, wer da die Knöpfe drückt.

Andererseits konnte wirklich keiner ahnen, dass die vier im Anschluss mal eben aus den Sesseln hüpfen. Ich überlege gerade, ob mir leid tut, dass Luzie beim Sprung ihren Fuß verletzte. Selbst schuld? Jetzt zeigt Bastie wieder seine fürsorgliche Seite. Obgleich er es jedoch nicht auf die Reihe bekommt, sich endlich zu dem Mädel zu bekennen. So ein großes Geheimnis ist das nun nicht mehr. Na ja, muss jeder selber wissen, aber ob er sich damit einen Gefallen tut. Mir soll es egal sein.

Einerlei ist dagegen nicht, dass ich nur ahnen kann, wie viel Basti tatsächlich weiß, seit er unter die Höhlenforscher gegangen ist...

Okay, ich gebe zu, alle vier lassen sich nicht so leicht schocken. Weder von den Bärenspuren noch vom Gewitter. Das war nicht ohne, und selbst mir, der ich sonst keine Angst vor Blitz und Donner habe, wurde schon mulmig zumute. Das kann hier in den Bergen ordentlich zur Sache gehen.
Es läuft nicht alles so glatt wie geplant. Nicht allein, dass das Tagebuch dieser Journalistin entdeckt wird, und weitere Versuche, Schaden anzurichten, fehlschlagen. Nein, der Valentin kommt zudem der Luzie nahe, was ich wie Basti gar nicht leiden konnte. Dafür bedurfte eines Denkzettels: In diesem Moment mit beiden Beinen auf der Erde, im nächsten Augenblick in der Luft verhindert eine Babyfichte ein erfolgversprechende Gelegenheit. Mist! Warum halten die eigentlich zusammen? Selbst ich hatte bei der Rettungsaktion großes Herzklopfen. Was für Bilder da zusätzlich im Kopf ablaufen. Das ist ja aufregender als ein blutrünstiger Film. Kein Pillepalle, sondern herrlich subtiler Grusel. Hach, wie es mir kalt den Rücken runterläuft. Das ist packend! Das ist Gänsehaut pur!

Dann taucht überdies noch Nic auf und hält Händchen, bevorzugt das von Mascha, die ich ein wenig bewundere. Ihre humorvollen Selbstreflexionen kommt trotz allem nicht zu kurz, dabei hat es sie doch oft "getroffen".

Bisher war alles äußerst geschickt eingefädelt, wenn nicht ohne Rückschläge. Aber die zählen nicht. Es bereitet fast schon wahnsinniges Vergnügen, Ängste zu schüren. Unerträglich ist allerdings die unerschöpfliche Energie von Basti, der die Hoffnung niemals aufzugeben scheint. Daran muss gearbeitet werden...

P. S. Solch eine Gletscherspalte ist schon eine (feine) Sache. Auch im Sommer taut das Eis nicht und entfaltet eine kolossale Wirkung...

Finstermoos Am schmalen Grat Janet Clark

1 Kommentar:

  1. Liebe Anke,

    du stellst ein spannendes Buch vor.
    Das liest man gern.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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